Campus Manager Niederrhein: Diversity als Antwort auf den Fachkräftemangel

Die aktuelle Ausgabe des Niederrhein Manager beschreibt Diversity Management als Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit mittelständischer Unternehmen. Mehr noch: der Artikel glaubt, dass KMUs wertvolle Chancen verspielen, wenn sie das Konzept D&I nicht nutzen.

Warum sollten sich mittelständische Unternehmen überhaupt mit Diversity Management beschäftigen? Als verbreitetes Mantra gilt, dass vor allem Großunternehmen einerseits mehr Herausforderungen mit der Vielfalt ihrer Beschäftigten und andererseits mehr Ressourcen für derartige übergeordnete Themen hätten. Beides sieht der Diversity Experte Michael Stuber, der im aktuellen Beitrag zu Wort kommt, anders. „Mittelständische Unternehmen sind mit den gleichen umwälzenden Veränderungen konfrontiert wie große: Virtualisierung, Internationalisierung, Werte- und demografischer Wandel.“ sagte der Forscher und Autor dem Magazin. Zusätzlich müssten sich mittelständische Unternehmen als attraktive Arbeitgeber gegenüber den prominenten und beliebten Großkonzernen behaupten. „Hier bietet Diversity Management eine echte Chance, zumal kleine und mittlere Unternehmen grundsätzlich flexibler mit Erwartungen und Bedürfnissen umgehen können“, weiß Stuber.

Der Artikel beschreibt die möglichen Vorteile von Diversity für den Mittelstand anhand einer aktuellen GE Capital Studie des Instituts für Mittelstandsforschung (IfM) in Bonn. In der Umfrage gaben 72 % der befragten Unternehmen an, dass Vielfalt die Produktivität positiv beeinflusst hätte, 60 % berichten von erhöhter Mitarbeiterzufriedenheit und 70% beobachtete eine positive Auswirkung auf ihr Unternehmensimage. Diese Zahlen stellen allerdings keinen belastbaren Beleg für die genannten Mehrwerte dar, sondern zeigen die Einschätzung der befragten Unternehmen.

Zur Umsetzung von Diversity Management lenkt der Niederrhein Manager den Blick auf die Dimensionen von Vielfalt. Dazu zitiert der Artikel die langjährig konstanten Ergebnisse von Analysen: „Die Priorisierung von Diversitythemen korreliert mit den beteiligten Gruppengrößen“, sagte Stuber dem Magazin. „Gender, Interkulturalität und Generationen erhalten daher deutlich mehr Aufmerksamkeit als Behinderung, Religion oder sexuelle Orientierung.“ Diese sogenannte Diskriminierungshierarchie werde durch die starke politische Priorisierung des Themas Gender „unheilvoll verstärkt“, so Stuber, der kritisiert: „Wir sehen heute eine Vernachlässigung nahezu aller anderen Themen gegenüber Gender.“

Der Artikel im Campus Manager, der als Heft-im-Heft im Niederrhein Manager erschien, legt sodann einen Schwerpunkt auf dem Thema Migration, das für KMUs gut erschließbar ist und viele Vorteile bietet. Die zitierte Umfrage des IfM fand heraus, dass die Förderung von Vielfalt häufig zur Erschließung neuer Märkte oder Zielgruppen führte – zumindest bei einem Großteil der als Wachstums-Champions klassifizierten befragten Unternehmen. Dass dieses Potenzial noch nicht ausgeschöpft ist, zeigt ein weiteres Ergebnis: Nur neun Prozent der Leitungspositionen im Mittelstand sind mit Migranten besetzt – im Vergleich zu einem Bevölkerungsanteil von über 20 Prozent.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier: http://niederrhein-manager.de/wie-der-mittelstand-seine-chancen-verspielt