Work-Life-Balance weiterhin Top-Kriterium bei AbsolventInnen und jetzt auch bei Young Professionals

Die Schweizer sind zufriedene Arbeitnehmer und präferieren Unternehmen mit einem von Diversity geprägten Arbeitsumfeld. Dies hat das Beratungsunternehmen Universum in seiner Swiss Professional Karrierestudie herausgefunden, für die 2.133 Berufstätige diverser Fachrichtungen befragt wurden. Die gute Nachricht für Schweizer Unternehmen: Ihre MitarbeiterInnen sind in der Mehrheit zufrieden mit ihrem Job, die Mitarbeiterzufriedenheit ist während der letzten Jahre angestiegen. Die Kehrseite der Medaille ist die hohe Wechselbereitschaft einiger Befragter. Gut ein Viertel der Wirtschaftswissenschaftler gibt an, im nächsten Jahr das Unternehmen wechseln zu wollen, bei den Naturwissenschaftlern sind es sogar 30%. Als ein echtes Verkaufsargument für Unternehmen entpuppt sich eine gute Work-Life-Balance. Über zwei Drittel der Befragten definieren diese als Karriereziel. Die Leistungsgesellschaft, in der harte Fakten wie Gehalt und Position auf der Karriereleiter zählen, ist ein Auslaufmodell: Das Karriereziel ‚Führungsaufgabe’ liegt mit weniger als 30% Zustimmung weit abgeschlagen hinter dem Spitzenreiter Work-Life-Balance und anderen Kriterien. Es ist z. B. weniger wichtig als intellektuelle Herausforderungen oder ein sicherer Job. Dies zeigt unter anderem, dass die vielzitierte Generation Y langsam in den Arbeitsmarkt nachrückt, denn in dieser Altersgruppe zählt die Ausgewogenheit von Arbeit und Privatleben besonders viel. Allerdings wäre es falsch zu glauben, für Über-30-jährige gelte dies nicht. Worin besteht für die Befragten eine gelungene Work-Life-Balance? Für Studierende ist ein gutes Arbeitsklima besonders wichtig. Die bereits Beschäftigten fassen ihre Vorstellungen konkreter und nennen flexible Arbeitszeiten und flexible Arbeitsbedingungen, etwa durch Home Office, Teilzeit und ausreichende Erholungsphasen. Insgesamt wünschen sich viele der Befragten, dass sie Familie und Karriere möglichst problemlos in Einklang bringen können. Die Karrierestudie zeigt zudem, dass auch ältere Befragte aus der Generation X mittlerweile stärker auf eine angenehme Arbeitskultur achten und von einer guten Verzahnung von Privat- und Berufsleben profitieren wollen. Die Studie spricht von einer allgemeinen Individualisierung der Karrierevorstellungen, die zu gesünderen und stressresistenteren Beschäftigten für die Unternehmen führen dürften. Die Swiss Professional Karrierestudie benennt auch die attraktivsten Arbeitgeber aus Sicht der Befragten. Auffällig ist hierbei die große Beliebtheit der Unternehmen, die sich durch innovative und nachhaltige Diversity-Programme auszeichnen. Bei den befragten Wirtschaftswissenschaftlern liegen Nestlé und Google ganz vorne, bei den Ingenieurswissenschaftler ABB und SBB. Novartis und Roche sind die zwei attraktivsten Unternehmen für Naturwissenschaftler. Das Engagement dieser Unternehmen für Diversity und Inclusion wirkt sich auch positiv auf ihre Employer Brands aus.