Weibliche und männliche Führungskräfte: Was treibt sie an, was macht sie erfolgreich?

Mit einer Reihe von Auswertungen wirft der globale Headhunter Korn/Ferry neues Licht auf die Erfolgsmotive und Stärken weiblicher und männlicher Führungskräfte, und gibt damit letztlich neue Hinweise, ob Frauen und Männer unterschiedlich führen. Die Ergebnisse der Befragungen widerlegen manche Vorurteile und zeigen einmal mehr, dass Unternehmen Vorteile durch mehr Geschlechter-Vielfalt im Management erzielen können.

In einer großangelegten Befragung untersuchte der Headhunter Korn/Ferry den Führungsstil von 3.600 Manager und 820 Managerinnen aus 22 Ländern. Die Auswertung der Befragung zeigte bei einigen Attributen stärkere Ausprägungen bei Frauen, wie etwa bei der Integration verschiedener Quellen und Ansätzen zu einer Strategie, der sozialen Sensibilität und dem Umgang mit Unsicherheit. Beim Indikator Selbstbewusstsein erreichten die Männer höhere Werte und zeigten einen stärker aufgabenorientierten Führungsstil. Diese ist bei beiden Geschlechtern ähnlich sozial, klug und partizipativ ausgeprägt; beide sind zudem im Mittel flexibel und komplex in ihrer Denkweise. Managerinnen sind jedoch kreativer bei der Erarbeitung neuer Strategien, empathischer, gehen besser mit Unsicherheit um und arbeiten energischer an Problemen und möglichen Antworten auf diese.

Warum aber werden männliche Manager dennoch erfolgreicher wahrgenommen? Dieser Widerspruch ist nach Analyse einer weiteren Datenbasis vor allem auf die höhere Sichtbarkeit der Männer zurückzuführen, die bei Frauen auf allen Managementebenen geringer ausgeprägt ist. Auch können Männer bessere Wachstumszahlen für ihren Bereich vorlegen, was nicht zuletzt an der Ressortzuteilung im Vorstand liegen wird. Hinsichtlich ihrer Entwicklung und der Bewährung in schwierigen Situation sind die beiden Geschlechter ähnlich gut.

Viele Gemeinsamkeiten und kleinere Unterschiede zeigen sich in einer weiteren Analyse von Korn/Ferry zu den Motivatoren weiblicher und männlicher Führungskräfte: Etwa 20.000 befragte Manager (darunter 5.000 Frauen) nannten zu etwas mehr als einem Drittel eine herausfordernde und interessante Tätigkeit, den Einfluss auf die Ausrichtung des Unternehmens, persönliche Erfolge und eine gute Work-Life Balance als Motivatoren. Während Männer den Umfang ihrer Verantwortungsbereiche, ihren Einfluss und ihre Leistung stärker als motivierend empfinden, legen Frauen mehr Wert auf persönliche Erfolge und eine positive Arbeitsatmosphäre. Geld, Sicherheit oder ein Expertenstatus wird von keiner der Gruppen hoch bewertet.

Insgesamt zeigen die Analysen, dass Frauen ein besonders geeignetes Profil für Management-Positionen aufweisen. „Diese Ergebnisse bestätigen einmal mehr, dass Unternehmen lange Zeit Top-Kandidatinnen übersehen haben, während mittelmäßige Kandidaten gefördert wurden“, so Diversity-Experte Michael Stuber. Sollten männliche Nachwuchskräfte angesichts dieser Ergebnisse um ihre Karriere fürchten? Gute Kandidaten sicher nicht, denn eine erfolgreiche Gender-Diversity setzt auf die Potenziale beider Geschlechter und nutzt männliche und weibliche Qualitäten gleichermaßen und synergetisch.