Tandemploy: Neue Plattform für Jobsharing-Angebote und -Nachfragen

Zwei Menschen teilen sich eine Stelle. Was auf den ersten Blick simpel klingt, bringt auf den zweiten Blick große Potenziale und viele Facetten mit sich. Denn wenn zwei Menschen einen Job teilen und dabei als Team zusammenarbeiten werden viel mehr Stellen teilzeittauglich und das ohne Reorganisation. In Berlin entsteht gerade eine Online-Plattform für Jobsharing, auf der sich in Kürze Jobsharing-Paare (Tandems) und passende Jobs von Unternehmen treffen können.

Unternehmen können auf der neuen Plattform Stellen im Jobsharing-Modell ausschreiben, mit ihrer Präsenz Flagge zeigen und auf die Pools der einzelnen Jobsharer oder bereits gebildeter Tandems zugreifen. Auch Führungspositionen sollen hier im sogenannten Top-Share angeboten werden. Die Plattform setzt auf den Jobsharetrend, der bislang 20,4% der deutschen Unternehmen erreicht hat, Tendenz steigend. Jobsharing bildet einen niederschwelligen Einstieg ins flexible Arbeiten, sagt Diversity-Experte Michael Stuber, dessen Beratung diesen Bereich standardmäßig abdeckt. Sowohl Menschen wie auch Positionen, für die Teilzeit im herkömmlichen Sinne keine Option gewesen wäre, finden mit Jobsharing eine Lösung einen bestimmten Job auszuüben. Für Unternehmen ist es mitunter jedoch nicht einfach, die passenden Jobshare Partner zu finden – einige bauen daher interne Tandem-Portale auf. Mit Tandemploy kommt eine externe Option hinzu – und somit werden die Ausreden, kein Jobsharing anzubieten, immer schwieriger. Jobsharing kann auch den Diversity-Gedanken weiterführen: Denkbar (und auch bereits in der Praxis zu finden) sind Tandems, in denen erfahrene Mitarbeiter und Nachwuchstalente generationsübergreifend zusammenarbeiten. Möglich sind zum Beispiel Konstellationen, in denen ein langjähriger Mitarbeiter, der in Altersteilzeit geht, einen Absolventen anlernt, der nebenbei noch in der Ausbildung ist oder als junger Vater nur Teilzeit arbeiten möchte. Durch interkulturelle Tandems können ganz neue Zielgruppen ausländischer Fachkräfte erschlossen und in der Zusammenarbeit mit Deutsch-Muttersprachlern zudem hervorragend integriert werden. Und auch Menschen mit körperlicher Behinderung können von enger Teamarbeit profitieren und so Zugang zu Jobs bekommen, die im Alleingang für sie schwierig zu händeln wären. Das Modell Jobsharing ermöglicht insofern, noch mehr Fähigkeiten in ein und derselben Stelle einzusetzen.