Neue Allianzen für Integration

In der Veranstaltungsreihe „Neue Allianzen für Integration“ wurde die Rolle von MigrantInnen (der ersten, zweiten, dritten Generation) in den Entscheidungsebenen der Gesellschaft thematisiert. Die Selbstverständlichkeit, mit der MigrantInnen in der Politik, im Management, in den Medien oder in der Wissenschaft vertreten sind, ist ein Gradmesser für eine weltoffene Einwanderungsgesellschaft.
Zudem fungieren beruflich erfolgreiche MigrantInnen als Vorbilder für Kinder und Jugendliche aus eingewanderten Familien: Sie zeigen, dass man es aus eigener Kraft schaffen kann. Im Rahmen der Reihe fanden vier Fachgespräche zu den Themenbereichen Politik, Wirtschaft und Arbeit, Wissenschaft sowie Kunst und Kultur statt. Einige dieser Bereiche sind bereits in hohem Grad multiethnisch und multikulturell, in anderen gibt es deutlichen Nachholbedarf. Akteure aus verschiedenen Institutionen berichteten von ihren Erfahrungen, Erfolgsbedingungen und Hindernissen für die Integration von MigrantInnen. Das zweite Fachgespräch fand am 19. September 2006 in Frankfurt am Main statt und widmete sich dem Bereich Wirtschaft und Arbeit. Die Chancen, die MigrantInnen der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt bieten, sowie die relevanten Hindernisse sollten beleuchtet werden.
Im Rahmen einer abschließenden Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunft Wirtschaftsstandort Deutschland: erfolgreiche MigrantInnen auf dem deutschen Arbeitsmarkt“ diskutierten:
■ Jörg Trautner, Projektleiter soziale Sicherung und Migration
■ Dr. Süha Isik, Geschäftsführer der Türkisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer (TD-IHK), Köln
■ Tarek Al-Wazir, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag, Wiesbaden
■ Michael Stuber, Ungleich Besser Diversity Consulting, Köln
■ Moderation Ralf Fücks, Heinrich-Böll-Stiftung, Berlin
Stuber wies in seinen Beiträgen auf die grundlegenden Bedingungen hin, die geschaffen werden müssen, um wirtschaftlichen Erfolg von MigrantInnen zu gewährleisten. Insbesondere eine offene Kultur sowie Prozesse und Systeme, die keinen negativen Bias gegen Migranten ausüben, gehören dazu. In den Unternehmen bedarf es analog dazu entsprechender Richtlinien und geeigneter Botschaften von Führungskräften sowie im Rahmen der Unternehmenskommunikation. Auch strukturelle Maßnahmen wie Ombudspersonen oder Netzwerke können unterstützen. Stuber zeigte besonders den Paradigmenwechsel auf, den Diversity in die Diskussion bringt: Von Defizitbetrachtungen zu einem Potenzialfokus, von einer Randgruppendiskussion zur Gesamtgruppe, von Abweichung zur Einheit in Vielfalt und von Partikularthemen hin zu prinzipiellen Betrachtungen.