Menschen mit psychischen Krankheiten im Berufsleben benachteiligt

Chronisch psychisch kranke Menschen haben von allen Behindertengruppen in Deutschland die geringsten
Chancen auf eine vollwertige Beschäftigung. Darauf hat in Kempten der Ärztliche Direktor des Bezirkskrankenhauses Kaufbeuren, Peter Brieger, hingewiesen. Mehr als 27 Prozent der erwachsenen EuropäerInnen leiden nach seinen Angaben mindestens einmal im Leben unter relevanten psychischen Störungen. Symptome psychischer Erkrankungen führten zu Erschwernissen bei der Teilhabe am Arbeitsleben, eine vorzeitige Verrentung sei oft die einzige Alternative. In Europa liege die Beschäftigungsraten chronisch psychisch kranker Menschen zwischen zehn und 20 Prozent. Im Rahmen der europäischen Entwicklungspartnerschaft „Arbeit für psychisch kranke und behinderte Menschen“ sollen Initiativen gefördert und finanziert werden, neue Wege zur Bekämpfung von Diskriminierungen und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt zu erproben. Obwohl unumstritten und wissenschaftlich nachgewiesen sei, welchen hohen Stellenwert Beschäftigung für psychisch kranke Menschen habe, werden nach Briegers Angaben psychisch Behinderte bis heute sozialrechtlich in der beruflichen Rehabilitation und Integration benachteiligt.