Männer wünschen sich bessere Vereinbarkeit von Vaterschaft und Beruf

Einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zufolge, sind vor allem die finanziellen Rahmenbedingungen entscheidend, ob Männer eine Vaterschaft anstreben und selbst Elternzeit in Anspruch nehmen. Die Studie „Einstellungen junger Männer zu Elternzeit, Elterngeld und Familienfreundlichkeit im Betrieb” weist darauf hin, dass ein einkommensabhängiges Elterngeld in Höhe von bis zu 1.800 monatlich für sie ein Anreiz wäre, bis zu ein Jahr lang in Elternzeit zu gehen. 56 Prozent der Väter und Männer bis 44 Jahre mit (weiterem) Kinderwunsch sind laut Umfrage dieser Meinung. Familienfreundliche Arbeitszeitpolitik und betrieblich gestützte Kinderbetreuung stoßen auf hohes Interesse bei den Männern und (potenziellen) Vätern. An der Spitze der Vorschläge, die als wesentlich für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf genannt werden, stehen für 86 Prozent der beruftätigen Väter flexiblere Arbeitszeiten. Gefolgt von betrieblichen Kinderbetreuungsangeboten (62 Prozent), mehr Möglichkeiten zur Teilzeitarbeit auch für Väter und ein betriebliches Klima, dass es Vätern erleichtert, ihr Recht auf Elternzeit in Anspruch zu nehmen (je 56 Prozent). Auf die Frage, weshalb in Deutschland wenige Väter ihr Recht auf Elternzeit in Anspruch nehmen, nannten die befragten Männer vor allem finanzielle und berufliche Gründe: 82 Prozent gehen davon aus, dass Einkommensverluste meist viel größer sind, wenn der Vater zu Hause bleibt, als wenn die Mutter zu Hause bleibt. 74 Prozent der Befragten gehen zudem davon aus, dass Väter, die Erziehungsurlaub nehmen oft berufliche Nachteile zu befürchten haben.
Auch nach der Ausweitung der Möglichkeiten zur Elternteilzeit im Jahr 2001 ist die Bilanz weiterhin ernüchternd: Zwar wird das Recht auf Elternzeit von etwa drei Vierteln der berechtigten Eltern in Anspruch genommen, doch in gerade einmal 4,9 Prozent der Paar-Haushalte, in denen die Elternzeit genutzt wird, ist auch der Vater „in Elternzeit“. Aus anderen europäischen Ländern wird dagegen über eine sehr viel regere Nutzung der Erziehungszeit durch die Väter berichtet; in Schweden machen 36 Prozent von ihrem Recht Gebrauch.