Familienfreundlichkeit rechnet sich für Unternehmen

In der Kosten-Nutzen-Relation übersteigt der betriebswirtschaftliche Nutzen die Investitionen für Maßnahmen, welche die Vereinbarkeit von Beruf und Familie fördern. „Mit familien- und frauenfreundlichen Maßnahmen können über 50 Prozent der durch eine unzureichende Vereinbarkeit von Beruf und Familie entstehenden Kosten – vor allem Überbrückungs-, Fluktuations- und Wiedereingliederungskosten – von den Unternehmen vermieden werden.“ Zu diesem Schluss kommt die Studie “Betriebswirtschaftliche Effekte familienfreundlicher Maßnahmen”, durchgeführt von der Prognos AG. Auf Grundlage von Controllingdaten aus zehn Unternehmen wurde eine Modellrechnung entwickelt, die die Wirkung von familienfreundlichen Maßnahmen ermittelt. Dabei wurde ein durchschnittlicher Return on Investment von + 25 Prozent ermittelt. Die Einsparungen bei den untersuchten Unternehmen belaufen sich überwiegend in einer Größenordnung von mehreren 100.000 Euro. Als Beispiel wird die B. Braun Melsungen AG aufgeführt, die durch ein familienfreundliches Maßnahmenbündel derzeit ca. 350.000 Euro pro Jahr einspart. Diese Einsparungen werden möglich, da die Kosten für Familienfreundlichkeit geringer sind als Kosten für Neubesetzung, Wiedereingliederung, Elternzeitpausen sowie Fehlzeiten. Mögliche Elemente zur Gestaltung eines familienfreundlichen Unternehmens sind dabei: Wiedereinstiegsprogramme für Beschäftigte in Elternzeit, Teilzeitangebote, Arbeitszeitflexibilität für Eltern, Telearbeit für Beschäftigte in Elternzeit und betrieblich unterstützte Kinderbetreuung.