Erste Konferenz im Diversity-Musterland Schweiz

Vielfalt verbindet, gerade in der vielsprachigen, föderalen Schweiz. In diesem Geist lud der Diversity Roundtable Schweiz, ein Netzwerk von Großunternehmen wie Credit Suisse und Novartis, zur ersten großen Diversity Konferenz der Konföderation Helvetica in die ETH Zürich. Selbst die Eidgenossen, selbst nicht in der EU, nahmen das „European Year of Equal Opportunities for All“ zum Anlass, Diversity & Inclusion in aller Öffentlichkeit und mit vielfältigen Beteiligten zu beleuchten. Diversity-Experte Michael Stuber eröffnete mit einem Vortrag über Diversity als strategischen Erfolgsfaktor den inhaltlichen Exkurs aus Sicht der Unternehmensleitungen. Eine Reihe schweizerischer Besonderheiten stellte der Philosoph Merz-Benz vor: Die Entscheidung für Föderalismus nicht nur als nüchterner Gestaltungsansatz, sondern als prinzipieller Rahmen für eine kulturell vielfältige Gesellschaft. Patricia Schulz, Direktorin des Eidgenössischen Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann betonte die herausragende Bedeutung der Geschlechtergleichstellung auch im Kontext von Diversity und bezeichnete „Gender“ als wichtigste Kerndimension von Diversity, da die Gesellschaft wesentlich auf dieses Merkmal aufgebaut sei. Kritische Worte fand Martin Haug, Beauftragter des Kantons Basel-Stadt für Gleichstellungsfragen: „Eigentlich könnte ich mich nach den Statements … [zur] Anstellung von Menschen mit Behinderungen ganz kurz fassen. Ich würde Sie einfach auffordern, … einen körperlich, seh- oder hörbehinderten Menschen für einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz in ihrem Unternehmen zu rekrutieren“, sagte der Gleichstellungsexperte und unterstrich, dass noch viel zu wenig Unternehmen Erfahrungen mit Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz gemacht hätten. Dies würde jedoch zu positiven Einsichten führen. Dieser Vortrag und zwei weitere über die Themen Demographie sowie Internationalität versus Interkulturalität dienten der Einführung in Workshops, die am Nachmittag zur Auswahl angeboten wurden.
Perspektivwechsel und Außensicht wurde den Veranstaltern und Teilnehmenden zuteil, indem eine Gruppe Jugendlicher als Beobachter ihre Eindrücke der Workshops festhielten. „Mehr Selbstverständlichkeit“ lautete der Tenor einer Generation, die unter anderen Rahmenbedingungen aufwächst und erzogen wird. Filmausschnitte, Tests, Ausstellungen und Exkurse bereicherten den Tagesablauf, durch den das gemischte Team aus NZZ Redakteurin Sieglinde Geisel und Diversity-Experte Michael Stuber führte. Stilsicher lieferte das Migrantinnenprojekt „Paprika“ der Stadt Zürich den typisch schweizerischen Apero: asiatisch-arabisch-amerikanische Snacks mit spanischen und schweizerischen Weinen …