Eine schlechte Unternehmenskultur schadet der Gesundheit – und der Produktivität

Eine schlechte Unternehmenskultur geht mit einem deutlich höheren gesundheitlichen Risiko für Mitarbeiter einher. Dies ist ein Ergebnis des aktuellen Fehlzeitreports der AOK. Es bestätigt die Bedeutung der Unternehmenskultur für die Produktivität eines Unternehmens als Teil der Wirtschaftlichkeit von Diversity Management.

Die aktuelle Studie des Wissenschaftlichen Instituts der AOK bringt es auf den Punkt: Jeder Vierte, der seine Unternehmenskultur als schlecht bewertet, ist auch mit der eigenen Gesundheit unzufrieden. Bei den Befragten, die ihr Unternehmen positiv sehen, war es nur jeder Zehnte. Helmut Schröder, stellvertretender Geschäftsführer des WIdO und Mitherausgeber des Reports: „Es gibt einen klaren Zusammenhang zwischen der Art und Weise, wie Beschäftigte ihre Arbeit erleben, und ihrer Gesundheit.“ Jedes Unternehmen, egal welcher Branche, solle dieses Wissen nutzen.

Diversity-Themen hängen mit dem Bereich Gesundheit zusammen

Die bundesweit repräsentative Befragung fand heraus, dass den Mitarbeitern vor allem die Loyalität des Arbeitgebers (78 Prozent) und der Aspekt des Lobens (69 Prozent) im Arbeitsalltag wichtig sind. Diese und weitere Merkmale machen eine gute und gesundheitsfördernde Unternehmenskultur aus. Doch nur 55 Prozent der Beschäftigten erleben tatsächlich, dass der Arbeitgeber hinter ihnen steht, wie auch lediglich die Hälfte der Beschäftigten für gute Arbeit gelobt wird. „Diese Themen zeigen eine deutliche Ähnlichkeit zu dem Feedback, das Unternehmen bei Diversity-Analysen erhalten“, kommentiert Diversity-Experte Michael Stuber die Ergebnisse. Auch wenn viele Handlungsfelder und Instrumente sich zwischen Diversity und Gesundheitsmanagement unterscheiden, so sei es doch wichtig, die Schnittstellen zu verzahnen und Synergien zu nutzen, so Stuber.

Mit einer bundesweit repräsentativen Befragung ist der Fehlzeiten-Report 2016 erstmalig der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Unternehmenskultur auf die Gesundheit der Beschäftigten hat. Dazu wurde im Februar 2016 eine Repräsentativbefragung von insgesamt 2.007 Erwerbstätigen im Alter zwischen 16 und 65 Jahren durchgeführt, bei der die Unternehmenskultur mit ihren verschiedenen Facetten erfasst wurde, darunter beispielsweise der Führungsstil, die Mitarbeiterorientierung und die Entlohnungsgerechtigkeit.