Die Potenziale der Vielfalt – Veränderungen als Notwendigkeit und Chance zugleich

Unternehmen müssen sich auf globalen Märkten behaupten, aber werden entsprechende Kompetenzen in der beruflichen Bildung vermittelt? Wie müssen die Kompetenzen aussehen und kann man kulturelle Vielfalt kreativer nutzen? Mit diesen Fragen startete die Auftaktveranstaltung zum Innovationspreis der Hessischen Wirtschaft (VhU) „Forum Globalisierung und Berufsausbildung“ am 05. Oktober 2009 in Dreieich. Das Forum versammelte eine Reihe Diversity-Experten, darunter Michael Stuber, der in seinem Vortrag das Chancenpotential von Veränderungen betonte.
Die Arbeitswelt erfordert Qualifikation. Qualifikation erfordert Bildung. Der Zusammenhang erschließt sich von allein. Was in diese Konstellation ebenso gehört ist die Veränderung. Denn nur wenn Bildungswege durch Reformen und Innovationen weiterentwickelt werden, kann die Qualifikation verbessert werden. Veränderung ist damit der Schlüssel zur Optimierung.
Die Wurzeln für Veränderungen liegen innerhalb von politischen Strukturen und technischen Revolutionen. Beides führte zu komplexeren Gesellschaften. Die Menschen werden immer älter und damit die Alten immer mehr. Biografien gleichen einem Puzzle, entstanden aus dem Streben nach mehr Individualisierung und Selbstverwirklichung. Der Anteil der erwerbstätigen Frauen wächst ebenso wie der Anteil der Migranten. Jeder fünfte in Deutschland hat einen Migrationshintergrund. Die Gesellschaft von morgen wird noch vielfältiger als die heutige sein.
Das alles hat Auswirkungen auf die Wirtschaft. Unternehmen müssen auf kulturelle Vielfalt reagieren, einen Wertewandel der Generationen aufnehmen und auf einem internationalen Markt bestehen. Im Wettbewerb stehen nicht nur Marken und Produkte, sondern zunehmend Wissen und damit Qualifikation. Der Kampf um Talente muss Work/Life-Balance, Gender und Demographie beachten. Natürlich zieht eine veränderte Wirtschaft auch eine veränderte Arbeitswelt mit sich. Virtualität, Mobilität und Dienstleistungsorientierung dominieren das Feld und werden weiterhin zunehmen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Jugend drei Tage in der Woche online sein wird, bis zum 38. Lebensjahr schon 30 Jobs durchlaufen haben wird und internationale Netzwerke fester Bestandteil ihres Arbeitslebens sein werden. Eine Grenzerfahrung für die Menschen, die gleichzeitig eine Chance zur Entwicklung gewährt. Vielfältige Erfahrungen und Bedürfnisse müssen dann auch in der Qualifizierung Eingang finden. Oft werden Befürchtungen aufgestellt, weil die Kosten zu hoch und der Ausgang zu unklar erscheinen. Im Grundsatz geht es vorerst darum, die bisherigen Dinge auf eine andere Art und Weise zu erledigen. Wer Vielfalt als Thema und als Chance erkennt, wird ertragreiche Ergebnisse erzielen. Sicher stellen Rahmenbedingungen, wie Budgetbeschränkungen, besondere Anforderungen. Mit offenem Blick lassen sich aber schon jetzt bestehende Ansatzpunkte erkennen und nutzen, beispielsweise öffentliche Fördermittel in Erwägung zu ziehen.