Die eigene Chefin sein – Immer mehr Frauen machen sich selbstständig

Immer mehr Frauen wollen sich selbstständig machen. Mehr als 140.000 Existenzgründerinnen nahmen im vergangenen Jahr den Rat der Industrie- und Handelskammern in Anspruch, das sind fast zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Inzwischen sind rund 40 Prozent der Interessenten beim Gründerservice der IHK weiblich, wie im Rahmen einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Mannheim sowie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen festgestellt wurde. Der Trend, den die Industrie- und Handelskammern bei einer Umfrage ihrer 81 regionalen Verbände beobachten, entwickelt sich seit mehreren Jahren: Insgesamt ist der Anteil der Frauen an den Selbstständigen deutschlandweit von 27 Prozent im Jahr 2000 auf 33 Prozent im Jahr 2005 gestiegen – die Tendenz zeigt weiter nach oben. Damit sind derzeit mehr als eine Millionen Frauen selbständig. Wie der DIHK mitteilte, sind die Bereiche Erziehung, Unterricht, Gesundheit/Soziales und persönliche Serviceleistungen die beliebtesten Branchen, in denen Frauen eine Existenz gründen wollen. Der Anteil der Männer liegt in diesen Bereichen bei nur 10 Prozent. Weitere Erkenntnisse der IHK-Umfrage: Frauen brechen ihr Gründungsvorhaben seltener ab als Männer, die “weiblichen” Firmen haben eine größere Überlebenswahrscheinlichkeit. “Frauenbetriebe” sind im Schnitt stärker dienstleistungsorientiert, beschäftigen weniger Mitarbeiter, erwirtschaften geringere Umsätze und investieren seltener. Das steigende Interesse am “Beruf Unternehmerin” konzentriert sich laut IHK vor allem auf zwei Zielgruppen: “Zum einen ist die größere Zahl von Akademikerinnen zu nennen. Zum anderen gehen immer mehr Frauen auf Grund höherer Arbeitslosigkeit den Weg in die Selbstständigkeit”, so Gerald Grusser, Hauptgeschäftsführer der IHK Erfurt. In Deutschland, wie in den meisten mitteleuropäischen Ländern, zeigt sich eine kontinuierliche Höherqualifizierung von Frauen. Je höher der Bildungsabschluss, desto eher wird die Option selbständig zu arbeiten wahrgenommen. Berufliche Bildung hat bei Frauen sogar einen stärkeren Effekt. Ohnehin ist der seit Anfang der 90er Jahre beobachtbare “Gründerinnenboom” zum großen Teil ein Boom an Akademikerinnen. Häufigste Gründungsbranchen sind die Bereiche Erziehung, Unterricht, Gesundheit/Soziales und persönliche Serviceleistungen. Hier sind ca. 40 Prozent aller Gründerinnen aktiv, der Anteil der Männer liegt in diesen Bereichen bei etwa 10 Prozent. Insgesamt gründen Frauen risikobewusster. Sie brechen ihr Gründungsvorhaben seltener ab als Männer und ihre Firmen haben eine größere Überlebenswahrscheinlichkeit.

Quelle:
Ungleich Besser Diversity Consulting