Dialoge zwischen Christen und Muslimen fördern freundschaftliche Kontakte

Vorurteile und Stereotypisierung sowie unsachliche Darstellungen in den öffentlichen Debatten tragen einen großen Teil dazu bei, dass die Wahrnehmung von Muslimen in Deutschland vorwiegend durch Integrationsunwilligkeit und Konflikte geprägt ist. Das Forschungsprojekt „Interreligiöse und interkulturelle Dialoge mit MuslimInnen in Deutschland: eine quantitative und qualitative Studie“ des Instituts für Religionswissenschaften an der Universität Bremen hat nun aufgezeigt, dass sich diese Konflikte und Vorurteile durch Dialoge deutlich verbessern und sogar freundschaftliche Kontakte hervorbringen können. Insgesamt befragten die ForscherInnen ca. 230 christlich-muslimische Initiativen zu ihrer Arbeitsweise sowie ihren Zielen. Außerdem nahmen sie an 65 Treffen persönlich teil. Das Fazit ist nicht nur für das gesellschaftliche Miteinander, sondern auch für die Unternehmenspraxis überaus relevant. So stellten die WissenschaftlerInnen fest, dass besonders dort, wo vorher kaum Kontakte stattfanden, eine sehr hohe Effizienz der Initiativen erreicht werden konnte. Zudem haben die TeilnehmerInnen deutlich weniger Vorurteile und negative Einstellungen gegenüber Muslimen als der Rest der Bevölkerung. Konflikte und heftige Diskussionen stehen bei vielen Dialoggruppen dennoch an der Tagesordnung. Doch laut den WissenschaftlerInnen sorgen genau diese dafür, dass die Gruppen über viele Jahre bestehen bleiben und die TeilnehmerInnen gemeinsame gesellschaftspolitische Projekte für ein angenehmes Miteinander planen.

Gerade für global agierende Unternehmen stellt die kulturelle Vielfalt ihrer Mitarbeiter häufig eine enorme Herausforderung dar. Die MitarbeiterInnen arbeiten in kulturell gemischten Teams, was ohne weitere Maßnahmen zwangsläufig in Konflikten und Missverständnissen endet. Zwar können interkulturelle Trainings diese teilweise abfedern, durch das Initiieren interner Dialoggruppen kann jedoch ein weitaus realeres Bild der anderen Kulturen geschaffen werden. Die Beschäftigten lernen sich abseits der täglichen Arbeit besser kennen und entwickeln somit ein anderes Gesamtverständnis voneinander, die Offenheit gegenüber andren Ansichten und Kulturen wird automatisch gefördert.

Eine Übersicht über verschiedene Dialoginitiativen ist unter http://www.dialogos-projekt.de zu finden.