Der Mensch lebt nicht vom Job allein

Manche Menschen leben, um zu arbeiten, möchte man meinen, wenn man bedenkt, dass Firmen in Deutschland die meisten betrieblichen Wochenstunden aufweisen, laut der Zeitschrift „Mensch&Büro“.
Hohe Produktivität kann nur durch lange Anwesenheit erreicht werden, lautet der Mythos, an den nicht nur Führungskräfte, sondern auch Arbeitnehmer glauben. Viel Zeit für Familie, Hobbies und Weiterbildung bleibt da nicht. In skandinavischen Ländern weiß man bereits, dass der Ausgleich zwischen Job und Privatem zu mehr Zufriedenheit führt und damit auch zu mehr Effektivität. In deutschen Unternehmen ist das noch nicht angekommen, kommt die zitierte Studie von Ungleich Besser Diversity Consulting und dem Personalmagazin zum Schluss. Insbesondere Teilzeitarbeit hat keinen guten Ruf, denn obwohl 81% der befragten Unternehmen Angaben Teilzeit auch Managern zu ermöglichen, glauben 61% dass das Angebot nicht genutzt wird. „Sie gelten als Karriereverweigerer“, Michael Stuber Geschäftsführe von Ungleich Besser Diversity Consulting. Eine Teilschuld gilt den Vorgesetzten: „Tief verankerte Vorurteile gegenüber anderen Leistungsformen sind dort weit verbreitet.“
Es kristallisiert sich aber heraus, dass starke Beanspruchung und Spontanität bei Arbeitseinsätzen nur funktioniert, wenn die Voraussetzungen im privaten Umfeld geschaffen werden. Die Work-Life-Balance stellt damit auch einen wesentlichen Faktor bei der Rekrutierung neuer Arbeitskräfte dar.

Der Artikel „ Mensch lebt nicht vom Job allein“ wurde in der Zeitschrift „Mensch&Büro“ 1/2007 veröffentlicht.