Behinderung muss kein Hindernis sein

In der Arbeitswelt kämpfen körperlich, geistig oder psychisch behinderte Menschen mit vielfältigen Vorbehalten und Vorurteilen. Viele Betriebe zahlen lieber die Ausgleichsabgabe, als einen Behinderten einzustellen. Dabei übersehen sie, welche Potenziale deren Beschäftigung bieten kann.
Herr Obermeier arbeitet bei der S.A.R. Elektronic GmbH. Er steuert Roboter und simuliert den Produktionsvorgang des Unternehmens am Computer. Der Programmierer ist querschnittsgelähmt und auf einen Rollstuhl angewiesen. Er ist einer von mehr als 6,6 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung in Deutschland – und einer der wenigen behinderten Arbeitnehmer mit einem festen Arbeitsplatz. Lediglich 33,7 Prozent der Menschen mit einer Behinderung (im Alter zwischen 15 und 65 Jahren) gingen im Jahr 2003 einer Beschäftigung nach, im Vergleich zu 67 Prozent der Menschen ohne Behinderung. Eine Hauptursache dafür, dass viele Menschen mit Behinderung am Arbeitsmarkt außen vor bleiben, sind Vorurteile über eine angeblich geringere Leistungsfähigkeit.
Denn angesichts des technischen Fortschritts und staatlicher Fördergelder wirken sich Behinderun-gen immer seltener als „Verhinderung“ in der Arbeitswelt aus. Großbildschirme für Sehbehinderte, Transporthilfen für körperlich eingeschränkte Beschäftigte und angepasste Arbeitsplätze erleichtern die Eingliederung in Arbeitsprozesse erheblich.
Der Managementansatz „Diversity“ setzt daher bei vorhandenen Stereotypen und Vorurteilen ge-genüber Menschen mit Behinderungen an. Weniger wichtig als die technischen Voraussetzungen er-scheinen hierbei die erlebte Unternehmenskultur und die Reaktionen auf Menschen mit
Behinderungen….

Der Text ist in der Zeitschrift Personalmagazin 04/2006 erschienen und kann hier nachgelesen werden.