205 Studien, die (fast) keine Frage zur Wirtschaftlichkeit von Diversity Management offen lassen

Welchen Nutzen bringt Diversity Management? Mehr Produktivität? Mehr Patentanmeldungen? Mehr Marktanteil? Diese Fragen hören Diversity Manager immer wieder aufs Neue. Während es unzählige Umfragen zum sogenannten Business Case gibt, sind belastbare Studien selten. Die neuste (2016) Ausgabe des IBCR fasst 205 Forschungsergebnisse zusammen, die verlässliche Aussagen zu erzielbaren wirtschaftlichen Effekten durch D&I treffen.

Dass ein proaktives Diversity Management positive Effekte für Unternehmen erzielt gehört zu den allgemein akzeptierten Überzeugungen. Gleichzeitig gibt es zahlreiche kritische Nachfragen, die aus persönlichen Erfahrungen gespeist werden: Braucht man wirklich kulturelle und Geschlechtervielfalt oder kommt es nicht mehr auf die unterschiedlichen Denkweisen und Ansätze an? Sind gemischte Teams wirklich effektiver oder trifft das nur bei bestimmten, komplexen Aufgaben zu? Wirkt sich D&I auch auf den Markterfolg aus oder ist es nicht vor allem ein Hygienefaktor des Personal-Marketings? „Diversity Manager müssen auf solche Fragen fundierte Antworten liefern“, kommentiert der Diversity-Experte Michael Stuber, „und die Antworten müssen knapp, klar und sauber überprüft sein“, fügt er hinzu.

Diversity Management bringt interne und externe Vorteile

Die aktuelle Ausgabe des International Business Case Report – IBCR 3.1 (2016) – dokumentiert die Wirtschaftlichkeit von Diversity Management in Bezug auf interne und externe Aspekte: Studien zu internen Effekten von D&I zeigen Verbesserungen des Engagements und der Produktivität, der Zusammenarbeit in Teams und über Bereichsgrenzen hinweg sowie in Bezug auf die Effektivität der Gesamtorganisation. Die Mehrzahl der vorgestellten Studien (137 von 205) fällt in diesen internen Bereich. Die Erkenntnisse beziehen sich zum Beispiel auf den Bindungseffekt alterssensibler Personalarbeit oder auf den Innovationsvorteil kulturell gemischter Teams – inklusive der Bedingungen, unter denen dieser entsteht. Im Vergleich zu früheren Ausgaben stieg der Anteil der Studien, die sich mit den sogenannten Moderationsfaktoren befassen. Insofern gibt IBCR 3.1 nicht nur Informationen über die Mehrwerte von D&I, sondern auch Implementierungsanregungen. Die externen Vorteile von Diversity Management zeigt der Bericht für die Bereiche Personalbeschaffung, Marketing und Finanzmärkte.

Kulturelle und Geschlechtervielfalt sind gut fürs Geschäft

Entsprechend der wissenschaftlichen Bandbreite deckt IBCR 3.1 eine große Zahl von Diversity-Themen ab. Interessanterweise befassen sich 31% der seit 2012 neu hinzu gekommenen Studien mit kultureller (bzw. ethnischer / rassischer) Vielfalt und bilden damit die größte Gruppe themenspezifischer Studien. Eine etwas höhere Zahl von Studien ist themenübergreifend und Gender ist der Schwerpunkt von 19% der neu aufgenommen Studien. Insgesamt deckt IBCR fünf der sechs sogenannten Kerndimensionen ab und für jeden Themenbereich fanden die Forschungsergebnisse positive Beiträge zum Unternehmenserfolg – teilweise beschränkt auf bestimmte Umfeldfaktoren. So zeigen einige der Untersuchungen, dass es einen gesunden Konflikt oder unterschiedliche gedankliche Ansätze braucht, um Mehrwerte entstehen zu lassen. Andere Studien zeigen den Effekt konkreter demographischer Vielfalt in Bezug auf Geschlecht, Kultur oder Alter.

Belastbare Studien auswählen – Meinungsumfragen aussortieren

Als evidenz-basierte Beratungsfirma verfolgt Ungleich Besser bereits seit 2006 die wissenschaftliche Diskussion zur Wirtschaftlichkeit von Diversity Management. Das erste Forschungsprojekt fand seinerzeit rund 200 Studien, die auf ihre Aussagekraft hin untersucht wurden. Der größte Teil erfüllte die Kriterien nicht, da z. B. viele Studien mit Umfragemethoden arbeiteten und damit persönliche Meinungen oder Erfahrungen erhoben, nicht aber nachvollziehbare Effekte. Die erste Ausgabe der Business Case Report enthielt damals daher nur 60 Studien, die jeweils auf einer Seite portraitiert wurden. Dieses Erfolgsformat blieb seither bestehen.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Anzahl der Studien im IBCR vervielfacht und beläuft sich heute auf 205, von denen 80% aus den vergangenen zehn Jahren stammen. Die größte regionale Gruppe bilden inzwischen Studien aus Europa gefolgt von den USA. Mit der letzten Aktualisierung kamen unter anderem etliche Studien aus Deutschland und dem Vereinigten Königreich hinzu. Etwas mehr als zehn Prozent aller Studien sind international bzw. global.

Wissenschaft mit praktischem Nutzwert

Insgesamt bietet der International Business Case Report 3.1 (2016) eine einzigartige Zusammenstellung von ausgewählten und qualitativ hochwertigen Studien zur Wirtschaftlichkeit von Diversity Management in verschiedenen betrieblichen Bereichen. Der Bericht dient sowohl als Inspiration für eine ganzheitliche Umsetzung von Diversity Management wie auch als Nachschlagewerk für die messbaren Vorteile, die mit einer gemischten Belegschaft, einer offenen Unternehmenskultur und einbeziehender Verhaltensweisen erzielt werden können.

Dieser Flyer enthält weitere Informationen über den (englischsprachigen) Bericht. Bei weiteren Fragen schreiben Sie bitte an office@european-diversity.com